Das Ziel war klar: besser sein als im Mai diesen Jahres. Bis auf leichte Veränderungen in der Lenkergeometrie (Stummel weiter nach außen gedreht), Motordeckelschutz und einen über alle Zweifel erhabenen Laptimer gab’s keine Veränderungen am Bike seit Mai.
Doch ich konnte am ersten Tag anstellen, was ich wollte – bei knapp unter 1:54 min war Ende der Fahnenstange. 2 sek langsamer als noch im Mai
und mit jedem Run wurde es übler. Bei 1:56 min war dann gottlob der Renntag vorbei. Doch woran lag’s? Bremsen? Klar, ich kam schon mit ungutem Gefühl zur Strecke, weil die vorderen Bremsscheiben sehr starken Widerstand leisteten, sodass ich kaum eine Radumdrehung beim Andrehen erreichte. Bremskolben gereinigt, Rad demontiert, Gabel gelöst und wieder verschraubt – brachte alles irgendwie nix.
Zudem sah mein Hinterreifen – ein Supercorsa SC2 – nicht mehr wirklich gut aus, sodass ich zum Feierabend eine neue Pelle (Supercorsa mit Straßenzulassung) raufziehen ließ. Der abgezogene Reifen machte mir Hoffnung für den nächsten Tag, der war so dünn wie Papier und dementsprechend fertig. Warum hat der Supercorsa keine Abfahrmarken???
Da die Motorräder über Nacht eingeschlossen wurden (Polen…), verblieb keine Zeit mehr, die Bremsen zu entlüften. Aufgabe für den nächsten Morgen.
Doch als ich das Bike dann abholte, hatte die Bremse plötzlich einen 1A-Druckpunkt – wie ausgewechselt. Okay – so lassen und ausprobieren. Erster stint: 1:50.80
Krass, was ein schlechter Reifen an Zeit kostet. Aber viel mehr haben wir uns gewundert und gleichzeitig gefreut über die Tatsache, dass das Gefühl für das Motorrad funktioniert: schlechtem Material folgen schlechte Rundenzeiten, jedoch kein Sturz, weil man es möglicherweise übertreibt.
Zu guter letzt stand dann eine 1:49.63 auf dem Display. Fast schon wieder ärgerlich, weil ich zuvor (resultierend aus den Ergebnissen des Vortages) entschieden hatte, dem 600er-Rennen fern zu bleiben. Aber wer weiß, wofür es gut war.
Ach ja, auch das Problem der schleifenden Bremsen löste sich in Luft auf. Jedesmal, wenn ich die Reifenwärmer runternahm, drehte sich das Rad weiter als beabsichtigt. Ich glaub, ich nenn sie demnächst wirklich nur noch “Zicke”.
(Bilder 1 – 4 mit freundlicher Genehmigung von Benny Kätzmer)











